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Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer (MWST) ist eine allgemeine Verbrauchssteuer.

Sie wird ausschließlich vom Bund erhoben und zwar

* auf allen Phasen der Produktion und Verteilung;

* beim inländischen Dienstleistungsgewerbe;

* bei der Einfuhr von Gegenständen (Import);

* bei den Bezügern von Dienstleistungen, die von Unternehmen mit Sitz im Ausland erbracht werden.

Mehrwertsteuersätze

Folgende Mehrwertsteuersätze kommen zur Anwendung:

* Im Normalfall 7,6% des Umsatzes;

* Das Beherbungsgewerbe (inkl. Frühstück) ist mit 3,6% belastet;

* Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Medikamente sowie Sport und Kultur werden mit einem reduzierten Satz von 2,4% besteuert (Güter des täglichen Bedarfs).

Der Vorsteuerabzug

Bei Gütern und Dienstleistungen, die direkt an die Konsumenten gehen, muß die Mehrwertsteuer zwar ausgewiesen, im angeschriebenen Endpreis aber bereits inbegriffen sein.

Anders im Geschäftsverkehr: Hier sind Nettopreise zuzüglich Mehrwertsteuer üblich.

In diesem Zusammenhang spielt der sogenannte Vorsteuerabzug eine wichtige Rolle: Durchläuft eine Ware auf dem Wertschöpfungsweg vom Rohmaterial bis zum Fertigprodukt mehrere Stationen, kann die jeweils betroffene Station denjenigen Mehrwertsteuerbetrag abziehen, den die früher damit befaßte Station bereits bezahlt hat.

So funktionieren Mehrwertsteuer und Vorsteuerabzug, daß die zu bezahlende Mehrwertsteuer mit der Vorsteuer verrechnet werden kann.

Die Differenz bildet die Mehrwertsteuerschuld gegenüber der Steuerverwaltung oder das MwSt.-Guthaben gegenüber der Steuerverwaltung.

In der Praxis

Bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) wird vierteljährlich eine Selbstdeklaration eingereicht, in welcher die geschuldete Mehrwertsteuer aufaddiert wird.

Von diesem Mehrwertsteuer-Bruttobetrag können alle Vorsteuerbeträge abgezogen werden, die bereits durch Lieferanten oder (bei Importen) der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) abgeführt wurden.

Mehrsteuerpflichtig ist also nur die Bruttomarge. Ist die Vorsteuer höher als der geschuldete Betrag, so zahlt die ESTV den Überschuß zurück.

Das kann vorkommen, wenn z. B. ein Unternehmen Waren teuer einkaufen mußte, diese aber nur zu Schleuderpreisen verkaufen konnte.

Ein Guthaben entsteht auch oftmals in der Gründungsphase. Hier werden massenhaft Waren inkl. der Vorsteuer eingekauft und die komplette Büroeinrichtung und die EDV und alles, was noch zu einer Betriebseinrichtung gehört, angeschafft. Alles inkl. der beim Einkauf bzw. der Anschaffung entrichteten Mehrwertsteuer.

Doch in der Anfangsphase wird noch nicht soviel Ware verkauft, daß diese Beträge, auf den dann beim Verkauf der Ware je die Mehrwertsteuer, die an das Amt zu entrichten ist, die Summe bei den getätigten Investitionen und Anschaffungen gezahlten Vorsteuern übersteigt.

So ist mehr Vorsteuer bei den Anschaffungen und Investitionen bezahlt worden, als in der Anfangsphase durch verkaufte Waren oder erbrachte Dienstleistungen Mehrwertsteuer an das Amt zu entrichten ist. Es gibt also ein Mehrwertsteuerguthaben.

Bei großen Investititionen ist es daher sinnvoll, beim der Steuerverwaltung gleich zu Anfang eine Mehrwertsteuernummer zu beantragen, damit man zumindest anfangs bei den Investitionen und Anschaffungen gezahlte Vorsteuer vom Amt erstattet erhält.